THOMAS PRESCHER HAUTE HORLOGERIE –
FIRMENHISTORIE
Das pittoreske Twann, am Ufer des Bielersees und am Fuße des Jura gelegen, bietet einen wunderschönen Ausblick auf die Alpen. Die historischen Gebäude des Dorfes schmiegen sich gegen die steilen Hänge des Weinanbaugebiets am Jurasüdfuß.

Doch diese eindrucksvolle Gegend der Schweiz war jahrhundertelang nicht nur Heimat für Weinbauern, sondern auch für eine Reihe hoch spezialisierter Uhren-Hersteller. So machten die Lage am See, die Einsamkeit der Gegend und die traditionell geprägte Atmosphäre des Dorfes das kleine Örtchen Twann auch ideal für die Gründung der Thomas Prescher Haute Horlogerie im Jahre 2002.
Der Entscheidung des Uhrenmachermeisters, ein unabhängiges Atelier zu gründen, waren eine Uhrmacherlehre und viele Jahre intensiven Studiums vorausgegangen. Mit 19 Jahren in die deutsche Bundesmarine eingetreten, beendete Prescher seine Karriere sechs Jahre später mit verschiedenen nautischen Patenten. Danach entschied er sich 1991, sein passioniertes Interesse an der Uhrmacherei zum Beruf zu machen.
Mit seinem Sinn für Disziplin und Organisation, den er in seiner Zeit bei der Marine weiter ausgebaut hatte, bereitete sich Thomas Prescher systematisch auf eine Uhrmacherlehre vor. Schon während seiner Offizierslaufbahn hatte er seine Freizeit hauptsächlich mit dem Sammeln alter Uhren verbracht und im Selbststudium erlernt, diese zu reparieren. Damit war er nach der weiterführenden Lektüre vieler Fachbücher und Artikel gut vorbereitet, um sich für die einzige bei der IWC zur Verfügung stehende Lehrstelle zu bewerben. Prescher wurde angenommen – und absolvierte die vierjährige Lehre verkürzt bereits nach drei Jahren mit verschiedenen Auszeichnungen als Jahrgangsbester.
In seiner ersten Anstellung als Uhrmacher vervollständigte der Uhren-Enthusiast seine Fähigkeiten eineinhalb Jahre lang im Servicecenter von Audemars Piguet Deutschland. Im Anschluss spezialisierte er sich innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren nicht nur auf die Restauration antiker und komplizierter Uhren, sondern auch auf die Fertigung spezieller Uhren nach Kundenwünschen – bei der Firma Gübelin in Luzern.
Diese Tätigkeiten verstärkten schließlich Preschers Interesse für komplizierte Uhren, das sich schon in der Lehrzeit zur ausgesprochenen Leidenschaft entwickelt hatte: Sein persönliches Werkstattbuch aus dieser Zeit war bereits gefüllt mit Notizen und Anmerkungen zu den später realisierten Doppel- und Tripel-Achs-Tourbillons.
Zum Zeitpunkt der Firmengründung war Thomas Prescher in Sammlerkreisen durch seinen Hang zu komplizierten Uhren längst weit bekannt und genoss einen ausgezeichneten Ruf als Restaurator. So konnte er seit Firmengründung Uhren von A. L. Breguet, Thomas Earnshaw, Girard Perregaux, Adolf Lange, John Arnold, Patek Philippe, Urban Jürgensen, LeRoy, Thomas Mudge und Thomas Tompion zur Restauration entgegennehmen.
Bei diesen Voraussetzungen überrascht es nicht, dass in allen eigenen Modellen von Thomas Prescher Komplikationen zu finden sind. Eine „ganz normale“ Uhr hat das kleine Atelier in Twann bisher noch nie verlassen.
Preschers erste eigene Uhren aus der Tempusvivendi-Linie ziert eine kunstvoll gravierte oder emaillierte Darstellung auf dem Zifferblatt. Häufig zeigen menschliche Figuren, aber auch andere Wesen, mit Armen, Beinen oder Flügeln die Zeit an. Das bereits im 18. Jahrhundert erfundene doppelt retrograde System entwickelte Thomas Prescher so weiter, dass es den modernen Ansprüchen an eine Armbanduhr genügt: Wird der Knopf in der Krone gedrückt, hebt die Figur auf dem Zifferblatt ihre Extremitäten. Diese nontemporale Position entspricht im Regelfall der schönsten, anatomisch korrekten Position. Wird der Knopf erneut gedrückt, zeigt die Figur wieder die Zeit an.
2003 wurde Thomas Prescher in den erlauchten Kreis der AHCI, der Akademie der unabhängigen, kreativen Uhrmacher, aufgenommen. Anlässlich der Weltmesse für Uhren und Schmuck in Basel präsentierte er die erste Uhr der Tempusvivendi-Linie und sein die Fachwelt überraschendes Doppel-Achs-Taschenuhr-Tourbillon.
Die überwältigenden positiven Reaktionen auf seine Uhren, besonders aber auf das Taschenuhr-Tourbillon mit zwei Achsen, überzeugten Prescher, dass die Zeit reif dafür sei, eine Tourbillon-Trilogie zu entwickeln.
Mit großem Erfolg stellte er diese 2004 der staunenden Öffentlichkeit vor. Der Uhrenmachermeister aus dem beschaulichen Twann hatte Weltneuheiten im Angebot: eine Tourbillon-Trilogie, die ersten drei Armband-Tourbillons mit konstanter Kraft im Käfig, das erste Tourbillon mit drei Achsen überhaupt und die Übertragung der Kraft zum Käfig mit nur einer Achse.
Inzwischen bietet Thomas Prescher alle Tourbillon-Modelle auch außerhalb der Trilogie an – und geht dabei immer wieder auf die speziellen Wünsche seiner Kunden ein. Einstweilen wird die Tempusvivendi-Linie auf mehr als acht exquisite Modelle ausgeweitet.
Thomas Prescher plant, in den nächsten Jahren die seiner Arbeit zugrunde gelegte Firmenphilosophie weiterzuverfolgen und auch zukünftig eine Vielzahl komplizierter Uhren mit außergewöhnlichen Dessins zu kreieren.